Universitäten in der Toskana und andere Ausbildungsstätten
Die Toskana, eine der bekanntesten Regionen Italiens, begeistert mit ihrer malerischen Landschaft, historischen Städten und reichem kulturellen Erbe. Sanfte Hügel, Weinberge und Zypressen prägen das Bild, während Städte wie Florenz, Siena und Pisa mit Kunst, Architektur und Geschichte locken. Ob Renaissance-Meisterwerke, köstliche Weine oder entspannende Thermalbäder – die Toskana bietet für jeden Geschmack etwas.
Florenz, oder Firenze, wie es auf Italienisch heißt, war für drei Monate mein Zuhause. Diese Stadt ist ein offenes Geschichtsbuch – von der Renaissance-Architektur über kulturelle Schätze bis hin zum Alltagsleben, das trotz touristischer Beliebtheit sehr authentisch geblieben ist. In diesem Artikel teile ich meine Eindrücke, Empfehlungen und Tipps rund um das Leben, Reisen und Erleben in Florenz.
Das Nahverkehrsnetz von Florenz ist gut ausgebaut, auch wenn man auf eine U-Bahn verzichten muss. Ich habe hauptsächlich die Buslinien von ATAF genutzt, die zuverlässig und relativ pünktlich waren. Besonders praktisch: Die Tickets kann man über die App „TABNET“ kaufen oder direkt am Automaten. Für längere Aufenthalte empfehle ich die Monatskarte.
Wer einen ersten Überblick über Florenz sucht, dem empfehle ich den Hop-On-Hop-Off-Bus. Ich selbst habe ihn an einem Sonntagvormittag genutzt – eine gute Möglichkeit, um Orientierung zu gewinnen und dabei Sehenswürdigkeiten wie den Piazzale Michelangelo zu erreichen.
Ein Spaziergang durch die engen Altstadtgassen ist wie eine Zeitreise. Ich war besonders fasziniert von der Via dei Neri mit ihren kleinen Lokalen und vom Quartier San Frediano, das noch einheimischen Charme versprüht. Gutes Schuhwerk ist Pflicht, denn das Pflaster ist uneben, aber jede Gasse erzählt ihre eigene Geschichte.
Die historischen Häuser sind in warmen Ockertönen gestrichen, oft mit schmiedeeisernen Fensterläden und kleinen Heiligenbildern an den Wänden. Diese sogenannten "tabernacoli" sind typisch für Florenz. Viele Gebäude stammen aus dem Mittelalter oder der Renaissance und wurden liebevoll erhalten.
Ich habe mir die Uffizien, die Galleria dell’Accademia und das Museo Galileo angeschaut – jedes auf seine Weise beeindruckend. Theaterfreunde sollten das Teatro della Pergola besuchen, das älteste Theater Italiens. Karten gibt es günstig online oder direkt an der Abendkasse.
Sportlich ist Florenz ebenfalls aktiv: Vom Joggen im Cascine-Park bis zum Rudern auf dem Arno. Ich habe mich einem lokalen Fitnessstudio angeschlossen – ein guter Weg, um mit Einheimischen in Kontakt zu kommen.
In fast jeder Straße hängen religiöse Bildnisse, oft eingerahmt von Marmor oder Holz. Diese tabernacoli erinnern an Schutzheilige und sind ein fester Bestandteil florentinischer Identität. Einige stammen noch aus dem 15. Jahrhundert.
Die Medici prägten Florenz wie keine andere Familie. Ihre Herrschaft begann im 15. Jahrhundert mit Cosimo de' Medici. Großherzöge wie Lorenzo il Magnifico oder Cosimo I. beeinflussten Politik, Kunst und Architektur nachhaltig. Das Medici-Wappen mit seinen sechs Kugeln findet man heute noch über vielen Türen.
Fresken und Wandmalereien sind an vielen Kirchenfassaden sichtbar, z. B. in Santa Maria Novella oder in der Brancacci-Kapelle. Einige wurden restauriert, andere zeigen Patina – beides hat seinen Reiz.
Der Verkehr in Florenz ist herausfordernd. Ich empfehle, das Auto zu meiden und stattdessen auf Fahrräder oder Roller umzusteigen. Mietanbieter wie „RideMovi“ sind überall präsent. Fahrradhelme sind nicht Pflicht, aber empfehlenswert.
Bei einem Unfall muss zuerst die Polizei (112) oder der Rettungsdienst (118) kontaktiert werden. Als Ausländer sollte man zudem seine Versicherung informieren. Ich hatte selbst eine kleine Panne mit dem Roller – der Anbieter hat schnell reagiert, aber eine Unfallmeldung war Pflicht.
Tante-Emma-Läden, sogenannte „alimentari“, bieten lokale Produkte wie Pecorino, Chianti oder frisches Brot. Für den täglichen Bedarf sind sie meist günstiger als Supermärkte und deutlich charmanter.
Die Via de’ Tornabuoni ist die Luxusstraße der Stadt. Dort finden sich Marken wie Gucci, Ferragamo und Prada. Auch wenn ich dort wenig gekauft habe, lohnt sich ein Schaufensterbummel.
Leider sind Taschendiebe besonders in der Hochsaison aktiv. Mir wurde nichts gestohlen, aber ein Mitbewohner hatte Pech. Wichtig: Sofort zur Polizei (Carabinieri), Verlustmeldung aufnehmen lassen und ggf. zur Botschaft.
Mein Favorit war der Mercato di Sant’Ambrogio – dort kaufen vor allem Einheimische ein. Für Souvenirs ist der Mercato Centrale ideal, auch wenn es dort touristischer zugeht. Beide Orte bieten regionale Spezialitäten und florentinische Lebensfreude pur.
Eine der charmantesten Sehenswürdigkeiten ist der Porcellino-Brunnen. Die Legende sagt: Wer die Schnauze des Ferkels reibt, kehrt nach Florenz zurück. Ich habe es gemacht – und ich hoffe, es stimmt!
Restaurants, Osterien und Trattorien in Florenz
Essen war für mich ein Highlight. Besonders empfehlenswert: die Trattoria Mario, Osteria Vini e Vecchi Sapori und das etwas modernere „La Buchetta“. Wer authentische Küche sucht, meidet Lokale mit mehrsprachiger Speisekarte.
Früh aufstehen für die besten Fotomotive
Eintrittskarten für Museen online vorbuchen
Abends in den Oltrarno-Vierteln essen gehen – günstiger und authentischer
Immer Bargeld dabei haben – Kartenzahlung ist nicht überall Standard
Ich hatte das Glück, das Fest „Scoppio del Carro“ (Ostersonntag) live zu erleben – ein spektakuläres Feuerwerk mit historischer Prozession. Auch das Calcio Storico im Juni war beeindruckend: ein archaisches Fußballspiel in historischen Kostümen.
Am bequemsten ist die Anreise per Zug – besonders mit dem Schnellzug Frecciarossa. Der Flughafen Florenz (Aeroporto di Firenze-Peretola) wird von vielen europäischen Städten angeflogen. Ich kam mit dem Nachtzug aus München – entspannt und umweltfreundlich.
Drei Monate in Florenz haben mir nicht nur die Stadt, sondern auch die italienische Kultur nähergebracht. Ich kann jedem empfehlen, länger zu bleiben als nur für ein Wochenende – die Stadt hat mehr zu bieten, als man auf den ersten Blick sieht.
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